Bis zu vier Kameras in einem Bild
Ein Hauptbild und drei kleine Bilder, frei positionierbar, direkt aus der Weboberfläche. Die BOX läuft als eigenständiges Zusatzpaket neben der BELABOX. Sie ändert keine Dateien der Original-Software, und BELABOX-Updates bleiben möglich.
Sie läuft auf einer Radxa ROCK 5B+ oder Orange Pi 5 Plus mit dem BELABOX-Image. Sie ist kostenlos und quelloffen (MIT-Lizenz). Fragen, Fehler und Ideen sind im Discord willkommen.
1. Das kann die BOX
- Vier Kameras gleichzeitig: DJI-Kameras per Bluetooth (Action 4, Action 5 Pro, Action 6) und RTMP-Kameras. Fällt eine Kamera aus, schaltet die Box nach 5 Sekunden automatisch auf die übrigen um.
- Bild-in-Bild frei gestalten: Verschiebe die kleinen Bilder in einer Vorschau mit Maus oder Finger oder wähle eine Ecke. Größe und Ton von jeder Kamera sind einstellbar. Für das Hauptbild und jedes kleine Bild gibt es einen eigenen Verzögerungsregler (0 bis 3000 ms), damit Bild und Ton zusammenpassen.
- Mehrere Netze bündeln: Zum Beispiel USB-Router plus Handy-Hotspot. Der eingebaute SRTLA-Sender misst Laufzeit und Jitter jeder Leitung. So bricht die Bitrate bei Leitungen mit unterschiedlicher Laufzeit nicht ein. Als Verteilung wählst du „beste Leitung bevorzugen“ (Standard) oder „alle gleichzeitig“.
- Automatisch live gehen: Ein Schalter in der Live-Karte, standardmäßig aus. Die Box geht einmal pro Start live, sobald eine Kamera sendet. Er wartet auf Server und sendende Kamera und gibt nach 10 Minuten auf.
- Sendemodus: Für Videos und Streams, in denen der Bildschirm zu sehen ist. Er blendet Adressen, Namen und Protokolle aus, die man nicht zeigen will.
- Alles in einer Weboberfläche: Kameras, WLAN-Hotspot verbinden, Sendewege, Software-Updates, Protokolle (sparsam oder ausführlich) und Herunterfahren oder Neustart der Box. Von unterwegs erreichst du sie freiwillig über Tailscale, nur im privaten Netz. Die Oberfläche lässt sich auch am Handy bedienen.
Nach unserem Kenntnisstand gibt es für die BELABOX bisher keine vergleichbare Lösung: Bild-in-Bild mit bis zu vier Kameras, DJI-Kameras per Bluetooth und ein Sender, der die Laufzeit jeder Leitung misst, in einer einzigen Weboberfläche.
2. Das Video zur Version 0.9.16
Das Video zeigt alle Funktionen der Beta 0.9.16, mit den Neuerungen seit 0.9.9. Alle Bildschirme darin zeigen Beispieldaten, das OBS-Bild ist schematisch. Die Kapitel springen direkt zur Stelle auf YouTube.
Kapitel im Video
- BELABOX mit PiP
- So funktioniert es
- Live und Status (neu: Automatisch live gehen)
- Kameras (RTMP und DJI per Bluetooth)
- Bild-in-Bild: Hauptbild und drei kleine Bilder
- Neu: Kleine Bilder frei verschieben
- Das Ergebnis
- Netze und Senden: WLAN-Hotspot, Sendewege, Verteilung
- Neu: Hinweis „Noch nicht übernommen“
- Der schlaue Sender (latenzbewusstes SRTLA)
- Neu: Sendemodus für Bildschirmaufnahmen
- Fernzugriff und Updates
- Neu: Protokolle sparsam oder ausführlich, Box ausschalten
- Auch am Handy
- Alles zu- und aufklappen
- Ausblick und Beta-Hinweis
Schriftliche Alternative zum Video: Die Funktionen stehen oben, die Befehle findest du unter Installation.
3. Stand der Beta
- Version 0.9.16 ist eine Beta. Funktionen können sich ändern.
- Einen Langzeittest mit dem aktuellen Stand gibt es noch nicht.
- Getestet: vier Kameras gleichzeitig (Hauptbild und drei kleine Bilder) liefen ohne Frame-Drops bei rund 13 Mbit/s. Die Box war dabei zu etwa 70 % im Leerlauf.
- Das freie Verschieben der kleinen Bilder wurde mit echten Kameras getestet.
- Der Sender misst Laufzeit und Jitter je Leitung. Der WLAN- und Hotspot-Weg lief nur kurz mit einem Handy-Hotspot (rund 40 ms Laufzeit, einige Mbit/s), nicht unterwegs und nicht über Stunden. Wie stabil die Bitrate bei schwankendem Netz bleibt, ist damit nicht belegt.
4. Getestete Hardware
| Gerät | Stand |
|---|---|
| Radxa ROCK 5B+ mit BELABOX-Image | DJI Osmo Action 4, Action 5 Pro und Action 6: vier Kameras gleichzeitig ohne Frame-Drops bei rund 13 Mbit/s. Kein Langzeittest. |
| Orange Pi 5 Plus mit frischem BELABOX-Image | Installation getestet. Im Praxiseinsatz einen ganzen Tag lang mit vier DJI-Kameras (zwei Action 4, eine Action 5 Pro, eine Action 6) unterwegs gestreamt, ununterbrochen und ohne Fehler. |
| DJI Pocket 3 und weitere DJI-Modelle | Protokoll vorhanden, nie mit einer echten Kamera getestet. |
Eine neue oder zurückgesetzte DJI-Kamera muss im Kopplungsmodus sein und die Kopplungsabfrage bestätigen. Das Bluetooth-Protokoll der DJI-Kameras stammt aus dem Projekt Moblin (MIT) und ist in der BOX nachgebaut.
5. Installation
Du brauchst eine BELABOX mit dem BELABOX-Image, Internet auf der Box und ein Terminal auf der Box (SSH oder Tastatur).
cd /tmp
wget -O irl4you-pip.tar.gz https://github.com/IRL4YOU/irl4you-pip/archive/refs/heads/main.tar.gz
tar xzf irl4you-pip.tar.gz
cd irl4you-pip-main
sudo sh install/install.shFehlt wget, geht auch dieser Befehl statt der zweiten Zeile:
curl -L -o irl4you-pip.tar.gz https://github.com/IRL4YOU/irl4you-pip/archive/refs/heads/main.tar.gzDie Installation lädt fehlende Pakete nach und baut den Bild-in-Bild-Baustein und den SRTLA-Sender selbst. Das kann einige Minuten dauern.
Danach öffnest du im Browser http://<IP>:8780 und meldest dich mit dem BELABOX-Passwort an. Hat die BELABOX noch kein Passwort, verlangt die Seite einen Setup-Code. Den zeigt dir die Box mit sudo cat /var/lib/pipbox/setup-code. Dann legst du ein eigenes Passwort fest.
Der Rückweg: sudo sh install/install.sh uninstall. Das entfernt Dienste und Programme. Zustand, Sicherungen, Protokolle und der Benutzer pipbox bleiben liegen.
6. Sicherheit und Updates
- Zugangsdaten (BELABOX-Passwort, SRTLA-Stream-ID, WLAN-Daten der Kamera) liegen nur auf der Box mit eingeschränkten Rechten und gehören nicht ins Repository. Die Stream-ID wird in der Serverliste nie angezeigt.
- Root-Helfer nehmen nur feste Stichworte an und prüfen alles erneut. Das gilt auch für WLAN, Herunterfahren und System-Updates.
- Der Fernzugriff über Tailscale ist freiwillig, läuft nur im privaten Netz und nie öffentlich.
- Software-Updates lädt ein getrennter Root-Helfer nur von einer festen HTTPS-Adresse auf GitHub. Er prüft das Archiv streng, sichert die jetzige Version und rollt bei einem Fehler automatisch zurück. Die letzten 5 Versionen bleiben gesichert, du kannst gezielt auf eine ältere wechseln.
- Bei jedem Update läuft Code aus dem Repository als root. Vertraue also dem Repository.
- Der Knopf für System-Updates installiert echte Systemupdates (Kernel, BELABOX-Pakete). Nutze ihn nur ohne laufende Übertragung und mit stabiler Stromversorgung.
- Lizenz: MIT. Ausnahme ist der Ordner srtla/ (Patch auf BELABOX/srtla und der damit gebaute Sender), er steht wie das Original unter AGPL-3.0.
7. Häufige Fragen
Ändert die BOX etwas an der BELABOX-Software?
Nein. Die BOX ist ein eigenständiges Zusatzpaket mit eigener Weboberfläche. Sie ändert keine BELABOX-Dateien, damit BELABOX-Updates weiter möglich bleiben.
Welche Kameras gehen?
RTMP-Kameras und DJI-Kameras per Bluetooth. Getestet sind die DJI Osmo Action 4, Action 5 Pro und Action 6. Beim Pocket 3 und weiteren DJI-Modellen ist das Protokoll vorhanden, aber nie mit einer echten Kamera getestet.
Was passiert, wenn eine Kamera ausfällt?
Die Box schaltet nach 5 Sekunden automatisch auf die übrigen Kameras um. Bei DJI-Kameras verbindet der Dienst nach Ausfällen neu.
Wie spiele ich Updates ein?
In der Oberfläche unter „Software-Update“. Dort kannst du nach neuen Versionen suchen und sie installieren. Die letzten 5 Versionen bleiben gesichert, du kannst auch auf eine ältere wechseln. Ein erneutes Installieren per Befehl ist nicht nötig. Tu das nicht während einer Übertragung.
Kann ich mich schon auf die BOX verlassen?
Es ist eine Beta, Funktionen können sich ändern. Einen Langzeittest mit dem aktuellen Stand gibt es noch nicht. Probiere sie erst in Ruhe aus und halte für den Ernstfall einen Plan B bereit.
Was kostet die BOX und unter welcher Lizenz steht sie?
Sie ist kostenlos und quelloffen unter der MIT-Lizenz. Ausnahme ist der Ordner srtla/ mit dem angepassten SRTLA-Sender: Er steht wie das Original unter AGPL-3.0.
8. Mehr dazu
Die BOX baut auf einer laufenden BELABOX auf. Diese Seiten helfen dir davor und danach:
- BELABOX einrichten: Grundlage für alles Weitere
- BELABOX Remote UI: Fernzugriff auf die BELABOX-Weboberfläche über einen eigenen Server
- Netzwerk-Overlay für die BELABOX: Upload je Netz im Stream anzeigen
- Actioncams im IRL-Streaming: Kameras für die kleinen Bilder
- SRTLA und Bonding und SRTLA-Relay-Server: die Gegenstelle für den Sender
- GitHub mit Quellcode und Anleitung, Fragen und Ideen im Discord