
Was ist BelaRemoteUI?
BelaRemoteUI ist ein Community-Projekt von Bittersweet1987 für den selbst gehosteten Fernzugriff auf eine oder mehrere BELABOX-Weboberflächen. Jede BELABOX baut ausschließlich eine ausgehende Chisel-Verbindung zum eigenen VPS auf. Auf der BELABOX muss dafür kein eingehender Port geöffnet werden.
Der offizielle BELABOX-Remote-Key wird weder verwendet noch überschrieben. Das Projekt ersetzt nicht die BELABOX oder ihre lokale Benutzeroberfläche, sondern macht diese über einen selbst betriebenen Vermittlungsserver erreichbar.
Inhalt der Anleitung
1. Selbst gehostet oder offizieller Zugang?
| Lösung | Vorteil | Aufwand |
|---|---|---|
| Offizieller Remote-Zugang | Vom BELABOX-Angebot vorgesehener Weg | Abhängig vom offiziellen Angebot und dessen Konditionen |
| BelaRemoteUI | Eigener VPS, feste Links und mehrere Profile | Serverkosten, Wartung und Absicherung in Eigenregie |
| Lokale Weboberfläche | Kein zusätzlicher Internetdienst | Nur im lokalen Netzwerk der BELABOX erreichbar |
2. Voraussetzungen
- VPS mit Ubuntu 24.04 oder Ubuntu 26.04.
- Root- oder sudo-Zugriff auf VPS und BELABOX.
- Terminal- beziehungsweise SSH-Zugriff auf die BELABOX.
- Auf dem VPS TCP-Port 80 oder der vom Script gewählte Ersatzport sowie TCP 9090 für Chisel.
- Für HTTPS: eine eigene Domain oder Subdomain mit DNS-A-Eintrag auf den VPS sowie von außen erreichbare TCP-Ports 80 und 443.
- SSH-Management-Port des VPS nur für vertrauenswürdige Administratoren erreichbar.
- Ein starkes Passwort für die BELABOX-Weboberfläche.
Bestehende Nginx- und RTMP-Konfigurationen werden berücksichtigt. Ist Port 80 belegt, sucht das Script laut Projektdokumentation ab Port 8088 nach einem freien HTTP-Port. Mit --public-port PORT kann bewusst ein bestimmter Port vorgegeben werden.
3. Aufbau und benötigte Ports
| Port | Richtung | Aufgabe |
|---|---|---|
| 80/TCP | Browser/Let's Encrypt → VPS | HTTP, Zertifikatsprüfung und Weiterleitung auf HTTPS |
| 443/TCP | Browser → VPS | Verschlüsselte Remote-Weboberfläche und WSS |
| 9090/TCP | BELABOX → VPS | Ausgehender Chisel-Tunnel |
| SSH-Port | Administrator → VPS | Wartung; nicht Teil des BELABOX-Tunnels |
| 18080 aufwärts | intern auf dem VPS | Separater interner Port je BELABOX-Profil |
Bei Cloud-Anbietern reicht eine Freigabe in UFW häufig nicht aus. Security Group, Security List oder Provider-Firewall müssen TCP 80, 443 und 9090 ebenfalls zulassen. Ohne HTTPS kann statt Port 80 auch der vom Script ausgegebene Ersatzport gelten.
4. BelaRemoteUI auf dem VPS installieren
Die jeweils aktuelle Installationszeile steht im BelaRemoteUI-Repository auf GitHub. Das Projekt nennt derzeit:
curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Bittersweet1987/BelaRemoteUI/main/belabox-vps-remote-server.sh | sudo bash
- VPS aktualisieren und vorhandene Nginx-, Firewall- und Portbelegung dokumentieren.
- Server-Script aus dem offiziellen Repository prüfen und ausführen.
- Einen eindeutigen Profilnamen wie
rucksack,kamera1odereventboxvergeben. - Remote-URL, Widget/API-URL, WebSocket-URL, Tunnel-Port, Tunnel-Token und ausgegebenen BELABOX-Befehl sicher speichern.
- Bei mehreren Geräten auf Nachfrage weitere Profile anlegen.
5. BELABOX mit dem VPS verbinden
- Den vollständigen, vom VPS-Script ausgegebenen Client-Befehl der richtigen BELABOX zuordnen.
- Den Befehl im Terminal der BELABOX ausführen. Token oder geheime URL niemals in Screenshots, Stream oder Chat zeigen.
- Die Installation richtet lokalen Proxy, Chisel-Client und dauerhafte Systemdienste ein.
- Nach dem vorgeschlagenen Neustart kontrollieren, ob Tunnel und Proxy automatisch gestartet wurden.
systemctl status belabox-vps-remote-ui-tunnel.service
systemctl status belabox-vps-remote-ui-proxy.service
6. Remote UI unterwegs verwenden
Für die normale Browsernutzung wird die lange, feste Remote-URL aus der VPS-Ausgabe geöffnet. Der geheime Pfad setzt zunächst ein Cookie und leitet anschließend auf / weiter. Diese Weiterleitung ist laut Projektdokumentation beabsichtigt, damit CSS, JavaScript und WebSockets wie bei belabox.local funktionieren.
Widget-, API- und WebSocket-Adressen verwenden einen Token. Diese URLs sind Zugangsdaten und gehören weder in öffentliche OBS-Konfigurationen noch in Support-Screenshots.
7. Mehrere BELABOXen verwalten
Jedes Profil erhält einen eigenen Link, Token und internen VPS-Port. Vorhandene Profile zeigt dieser Verwaltungsbefehl:
belabox-remote-vps-status
Ein neuer geheimer Link für ein vorhandenes Profil kann über die im Repository dokumentierte Option --regenerate-link erzeugt werden. Nach einer vermuteten Veröffentlichung von URL oder Token sollte der Zugang erneuert und anschließend auf allen verwendeten Geräten aktualisiert werden.
8. BelaRemoteUI mit HTTPS und WSS absichern
Seit dem GitHub-Commit vom 29. August 2026 besitzt BelaRemoteUI eine eigene optionale HTTPS-Funktion. Das Serverskript installiert Certbot, fordert ein Let's-Encrypt-Zertifikat an, richtet die automatische Verlängerung ein und ändert die ausgegebenen Adressen auf https:// beziehungsweise wss://.
bela.example.de. So können die normale Webseite und BelaRemoteUI auf demselben VPS über Port 80 und 443 laufen, während Nginx beide anhand des Domainnamens trennt.1. Subdomain im DNS anlegen
Lege beim Anbieter deiner Domain einen DNS-A-Eintrag an. Als Ziel wird die öffentliche IPv4-Adresse des VPS eingetragen. Ersetze die Beispielwerte durch deine eigenen Daten:
Typ: A
Name: bela
Ziel: DEINE_VPS_IPV4
Nach der DNS-Änderung kann es je nach Anbieter etwas dauern, bis der Eintrag überall verfügbar ist. Kontrolliere die Auflösung auf dem VPS:
getent ahostsv4 bela.example.de
2. Ports in beiden Firewalls freigeben
Für den kompletten Aufbau müssen die Regeln sowohl auf dem VPS als auch in der Firewall des Cloud-Anbieters stimmen:
80/TCPfür die Let's-Encrypt-Prüfung und spätere HTTPS-Weiterleitung.443/TCPfür die verschlüsselte Webseite und sichere WebSockets.9090/TCPfür den ausgehenden Chisel-Tunnel der BELABOX.
server_name kollidieren.3. Öffentlichen BelaRemoteUI-Port auf 80 setzen
Die eingebaute HTTPS-Einrichtung arbeitet derzeit nur, wenn BelaRemoteUI öffentlich auf Port 80 eingerichtet ist. Wurde bei der ersten Installation automatisch ein Ersatzport wie 8088 gewählt, führe das aktuelle Serverskript erneut mit der gewünschten Subdomain und Port 80 aus:
curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Bittersweet1987/BelaRemoteUI/main/belabox-vps-remote-server.sh | sudo bash -s -- --domain bela.example.de --public-port 80 --no-reboot
/etc/nginx und die BelaRemoteUI-Konfiguration oder erstelle einen VPS-Snapshot.4. HTTPS mit Let's Encrypt einschalten
Sobald der DNS-A-Eintrag stimmt und Port 80 von außen erreichbar ist, starte die neue HTTPS-Funktion:
curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Bittersweet1987/BelaRemoteUI/main/belabox-vps-remote-server.sh | sudo bash -s -- --setup-https --domain bela.example.de
Optional kannst du mit --email name@example.de eine E-Mail-Adresse für Zertifikatshinweise übergeben. Ohne --domain fragt das Skript interaktiv nach der Domain.
5. Ergebnis kontrollieren
sudo nginx -t
sudo systemctl status nginx
sudo ss -ltnp | grep -E ':80 |:443 |:9090 '
sudo certbot certificates
belabox-remote-vps-status
Öffne danach ausschließlich die neu ausgegebene Adresse mit https://. In den Browser-Entwicklerwerkzeugen sollte die WebSocket-Verbindung wss:// verwenden. Teste Anmeldung, Statuswerte und Steuerfunktionen anschließend einmal über Mobilfunk statt über das Heimnetz.
6. HTTPS bei Bedarf wieder deaktivieren
curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Bittersweet1987/BelaRemoteUI/main/belabox-vps-remote-server.sh | sudo bash -s -- --disable-https
Nach Projektdokumentation bleiben vorhandene Zertifikate dabei erhalten und können bei einer erneuten Einrichtung wiederverwendet werden.
9. Sicherheit nach der Einrichtung prüfen
- Remote-Link, Token und URLs wie Passwörter behandeln.
- Für jedes BELABOX-Profil einen getrennten Zugang verwenden.
- Die BELABOX-Weboberfläche zusätzlich mit einem starken, einzigartigen Passwort schützen.
- VPS, Nginx, Chisel und Betriebssystem regelmäßig aktualisieren.
- SSH-Zugriff beschränken und Protokolle auf unbekannte Anfragen kontrollieren.
- Vor Änderungen Sicherungen von Nginx- und Firewall-Konfiguration anlegen.
HttpOnly und SameSite=Lax, jedoch noch ohne das Attribut Secure erzeugt. HTTPS und WSS funktionieren trotzdem. Mit dem folgenden IRL4YOU-Kompatibilitätsfix lässt sich die generierte Nginx-Konfiguration kontrolliert ergänzen.IRL4YOU Secure-Cookie-Fix verwenden
Der Fix ist kein Bestandteil des BelaRemoteUI-Projekts. Er arbeitet ausschließlich mit /etc/nginx/conf.d/belabox-remote-ui.conf, setzt eine aktive HTTPS-Konfiguration voraus und legt vor jeder Änderung eine datierte Sicherung an. Bei einem fehlgeschlagenen Nginx-Test oder Reload wird die Sicherung automatisch wiederhergestellt.
Secure-Cookie-Fix herunterladen
- Datei herunterladen und vor der Ausführung in einem Texteditor kontrollieren.
- Die Datei auf den VPS übertragen, beispielsweise in das eigene Benutzerverzeichnis.
- Ausführbar machen und mit Root-Rechten starten:
chmod +x belaremoteui-secure-cookie-fix.sh
sudo ./belaremoteui-secure-cookie-fix.sh
Danach kontrollieren, ob Nginx läuft und die Cookie-Zeilen das Attribut Secure enthalten:
sudo nginx -t
sudo systemctl status nginx
sudo grep -n 'SameSite=Lax; Secure' /etc/nginx/conf.d/belabox-remote-ui.conf
Secure künftig selbst ergänzt, beendet sich der Fix ohne Änderung.Kontrolliere zusätzlich, dass HTTP wirklich auf HTTPS umleitet und das Zertifikat zur verwendeten Subdomain gehört:
curl -I http://bela.example.de
curl -I https://bela.example.de
Die erste Anfrage sollte eine Weiterleitung auf HTTPS liefern. Bei der zweiten Anfrage darf keine Zertifikatswarnung erscheinen. Teile niemals vollständige Remote-, Widget-, API- oder WebSocket-URLs in Screenshots oder Supportbeiträgen, weil sie Zugangstoken enthalten können.
10. Fehlerbehebung
| Problem | Prüfung | Lösung |
|---|---|---|
| Webport nicht erreichbar | UFW und externe Cloud-Firewall | Tatsächlich ausgegebenen TCP-Port bei beiden Stellen freigeben. |
| 502 Bad Gateway | Ist der Tunnel der BELABOX verbunden? | Tunnel- und Proxy-Dienst auf der BELABOX sowie Chisel-Dienst auf dem VPS prüfen. |
| Nur Nginx-Startseite | Wurde die BelaRemoteUI-Konfiguration geladen? | Server-Script gemäß Repository erneut mit --no-reboot ausführen und Nginx prüfen. |
| UI lädt ohne Funktionen | WebSocket-Verbindung und Browserkonsole | Proxy, Token, Port und eine eventuell vorgeschaltete HTTPS-Konfiguration prüfen. |
| Zertifikat wird nicht ausgestellt | DNS-A-Eintrag, Port 80 und Cloud-Firewall | Domain muss auf diesen VPS zeigen und die ACME-Prüfung von außen erreichbar sein. |
| HTTPS lädt, Steuerung reagiert nicht | Browserkonsole auf fehlgeschlagenes wss:// prüfen | Aktuelles Client-Skript verwenden und Nginx-WebSocket-Weiterleitung kontrollieren. |
belabox-remote-vps-status
systemctl status belabox-remote-ui-chisel.service
systemctl status nginx
11. Entfernen, Wiederherstellung und Backup
Das Repository dokumentiert getrennte Funktionen zum Löschen eines Profils, zur vollständigen VPS-Deinstallation und zum Entfernen des BELABOX-Clients. Laut Projekt werden dabei nur eigene Dateien, Dienste, Nginx-Einträge und selbst hinzugefügte Firewall-Regeln entfernt. Trotzdem sollten vorher VPS-Snapshot und Konfigurationsbackup erstellt werden.
Verwende für eine Entfernung ausschließlich die aktuell dokumentierten Befehle im Abschnitt Verwaltung des GitHub-Projekts. Prüfe Profilnamen und Zielsystem sorgfältig.
Projekt, Datenschutz und weitere Anleitungen
BelaRemoteUI wird von Bittersweet1987 als Community-Projekt unter der GPLv3 bereitgestellt. IRL4YOU bindet das Projekt nicht automatisch ein und erhält keinen Zugriff auf VPS, BELABOX, Tokens oder Remote-URLs. Beim Öffnen von GitHub gelten die dortigen Datenschutzbedingungen; beim Selbstbetrieb bist du für Serverprotokolle, Zugriffsrechte und Absicherung verantwortlich.
BELABOX Remote UI Einrichtungsservice
Wir unterstützen bei VPS, Ports, Profilen, Nginx, Tunnelprüfung und einem sicheren Testablauf. Zugangsdaten, geheime Links und Tokens bleiben beim Betreiber und gehören nicht in öffentliche Support-Nachrichten.