OBS übernimmt nicht zwingend den mobilen Uplink. In vielen IRL-Setups empfängt OBS stattdessen einen bereits zum Relay-Server übertragenen Stream. Dort können Szenen, Browser-Quellen, Alerts, Overlays und Audio zusammengesetzt werden.
OBS arbeitet in drei Schritten. Quellen sind die Ebenen eines Bildes, Szenen fassen sie zu Layouts zusammen, und die Ausgabe schickt das fertige Programm zur Plattform. Die Abschnitte unten gehen genau in dieser Reihenfolge vor.
2. Sinnvolle Szenen für einen IRL-Stream
Für einen mobilen Stream sollte OBS nicht nur eine einzige Szene enthalten. Eine kleine, eindeutig benannte Szenenstruktur erleichtert die Bedienung und ermöglicht automatische Wechsel, wenn das Mobilfunksignal schwächer wird.
LIVE: zeigt das aktuelle Bild vom Relay-Server sowie gewünschte Overlays und Alerts.
LOW: verwendet ein ruhigeres Layout, wenn noch Daten ankommen, die Bitrate aber deutlich sinkt.
OFFLINE oder BRB: zeigt eine vorbereitete Grafik oder ein lokales Video, wenn der mobile Stream abbricht.
START und ENDE: vermeiden einen hektischen Übergang beim Aufbau beziehungsweise beim Beenden des Streams.
↔ Tabelle seitlich wischen
Szenen im Überblick
Szene
Wann sie aktiv ist
Inhalt
LIVE
Stream vom Relay kommt normal an
Relay-Bild, Overlays, Alerts
LOW
Daten kommen an, die Bitrate sinkt deutlich
ruhigeres Layout
OFFLINE / BRB
Der mobile Stream bricht ab
vorbereitete Grafik oder lokales Video
START / ENDE
beim Aufbauen und Beenden des Streams
ruhiger Übergang
Programme wie NOALBS können die LIVE-, LOW- und OFFLINE-Szenen anhand der verfügbaren Streamdaten automatisch umschalten. Fertige Szenen zum Importieren gibt es im OBS-IRL-Szenenpaket.
3. Quellen, Overlays und Browser-Quellen
Das empfangene IRL-Bild bildet in der LIVE-Szene die unterste Ebene. Darüber können Logos, Chat, Statusinformationen und Alerts liegen. OBS unterscheidet unter anderem Medien-, Bild-, Audio-, Video- und Browser-Quellen. Browser-Quellen werden häufig für Alerts und Chat-Overlays verwendet.
Die Reihenfolge in der Quellenliste ist wichtig: Eine weiter oben liegende Quelle kann darunterliegende Elemente verdecken. Wiederkehrende Elemente lassen sich in einer eigenen Szene zusammenfassen und anschließend in mehreren Hauptszenen wiederverwenden.
Für Touren und Outdoor-Streams können StreamerHub oder RealtimeIRL zusätzlich eine GPS-Karte, Geschwindigkeit, Strecke, Höhe oder weitere Bewegungsdaten als Browserquelle bereitstellen. StreamerHub kann darüber hinaus Szenen, Quellen und Audio über OBS Remote steuern.
4. Audio im IRL-Workflow richtig kontrollieren
Das Kameramikrofon beziehungsweise der Ton aus Moblin sollte in OBS nur einmal ankommen. Wird dieselbe Audioquelle zusätzlich global und innerhalb einer Szene eingebunden, können Echo oder eine doppelte Ausgabe entstehen. Auch Alert-Töne dürfen nicht gleichzeitig über OBS und über die mobile Alert-Box zurück in das Streammikrofon gelangen.
Vor dem Start empfiehlt sich ein kurzer Test mit Sprache, Umgebungsgeräuschen und einem Probe-Alert. Die Pegel sollten deutlich ausschlagen, aber nicht dauerhaft den roten Bereich erreichen. Falls Audio und Video nicht synchron sind, kann die betreffende Quelle in den erweiterten Audioeigenschaften gezielt verzögert werden.
Wie du den ganzen Tonweg planst, steht unter IRL-Audio.
5. Ausgabe, Profile und Ausfallsicherheit
OBS sendet das fertige Programm üblicherweise per RTMP oder RTMPS an die Zielplattform. Auflösung, Bildrate, Video-Bitrate und Keyframe-Intervall müssen zu den Vorgaben der jeweiligen Plattform passen. Ein Hardware-Encoder kann den Produktionsrechner entlasten, sofern er für das verwendete System verfügbar ist. Wie du die Bitrate wählst, erklärt Bitrate & Qualität.
Profile speichern unter anderem Stream-, Video- und Ausgabeeinstellungen. Szenen werden dagegen über Szenensammlungen verwaltet. Für Tests, Hauptstream und eine sparsamere Notfallausgabe können daher getrennte Profile sinnvoll sein. Zusätzlich sollten die automatische Wiederverbindung und eine lokale Kontrollaufnahme vor einem längeren Einsatz getestet werden.
↔ Tabelle seitlich wischen
Profile und Szenensammlungen
Was
Speichert
Gedacht für
Profil
Stream-, Video- und Ausgabeeinstellungen
Test, Hauptstream, sparsamere Notfallausgabe
Szenensammlung
Szenen und deren Aufbau
Verwaltung der Szenen
Kurzer Test vor dem Stream
Relay-Bild und Ton erreichen die LIVE-Szene.
LOW- und OFFLINE-Szene lassen sich manuell oder automatisch aktivieren.
Alerts erscheinen an der richtigen Position und werden nicht doppelt abgespielt.
Ausgangsauflösung, FPS und Bitrate passen zur Zielplattform.
Eine kurze private Testübertragung läuft ohne Bild- oder Tonabbrüche.
Eine allgemeine Liste für den Einsatz steht in der IRL-Checkliste.
6. Typischer Signalweg
Kamera → mobiler Encoder/Moblin → SRT/SRTLA → Relay → OBS → RTMP/RTMPS → Twitch, YouTube oder andere Plattform
Dadurch bleibt die mobile Seite des Setups schlank, während die eigentliche Produktion an einem stationären System erfolgt.
Erweiterungen sollten immer eine konkrete Aufgabe lösen und vor dem Livebetrieb einzeln getestet werden. Aitum bleibt der Einstieg für Hochkant- und Multistream-Ausgaben; die weiteren Werkzeuge ergänzen Automatisierung, Audio, Untertitel, Einzelaufnahmen und lokale Szenenübertragung.
Empfängt OBS bei IRL-Streams den mobilen Uplink direkt?
Nicht zwingend. In vielen Setups empfängt OBS einen Stream, der schon zum Relay-Server geschickt wurde. Wie das Relay aufgebaut ist, steht unter SRTLA-Relay-Server.
Welche Szenen brauche ich mindestens?
Für den Anfang reichen LIVE, LOW und OFFLINE oder BRB. START und ENDE machen Auf- und Abbau ruhiger. Gib den Szenen eindeutige Namen, damit du oder ein Programm wie NOALBS sie sicher umschalten kann.
Warum hören Zuschauer Ton doppelt oder mit Echo?
Meist kommt dieselbe Audioquelle mehrfach in OBS an, etwa global und zusätzlich in einer Szene. Oder Alert-Töne laufen gleichzeitig über OBS und über die mobile Alert-Box. Binde jede Tonquelle nur einmal ein und teste mit einem Probe-Alert. Mehr dazu unter IRL-Audio.
Was ist der Unterschied zwischen Profil und Szenensammlung?
Profile speichern unter anderem Stream-, Video- und Ausgabeeinstellungen. Szenen verwaltest du über Szenensammlungen. Getrennte Profile lohnen sich für Tests, den Hauptstream und eine sparsamere Notfallausgabe.
Was sollte ich vor einem längeren Einsatz testen?
Teste Relay-Bild und Ton in der LIVE-Szene, das Umschalten auf LOW und OFFLINE, Alerts, die Ausgabeeinstellungen zur Zielplattform, die automatische Wiederverbindung und eine lokale Kontrollaufnahme. Unterwegs prüfst du außerdem die ganze Kette, wie unter Stream unterwegs prüfen beschrieben.
Zuletzt fachlich geprüft: · Aktualisiert: · Herausgegeben von IRL4YOU