Starlink, LAN und WLAN speisen eine BELABOX auf Orange Pi 5 Plus oder ROCK 5B Plus; im Stream erscheinen farbige Kreise für Verbindungsanteile, Gesamtbandbreite und RTT

· In eigener Sache · etwa 5 Minuten Lesezeit

Neu auf IRL4YOU

Ein Blick genügt: Welche Verbindung trägt den Stream?

Das neue IRL4YOU BELABOX Netzwerk-Overlay macht die gerade genutzten Netzwerkwege direkt im Videobild sichtbar. Farbige Kreise zeigen bis zu acht konfigurierte Verbindungen wahlweise als prozentualen Anteil, als Kilobitwert oder als reine Statusanzeige. Ein zusätzlicher Gesamt-Kreis kann Gesamtbandbreite und RTT des SRT-Ausgangs darstellen.

Inhalt dieses Beitrags

Eigene Erweiterung

1. Was ist neu?

Die normale BELABOX-Oberfläche zeigt bereits wichtige Informationen zum Stream. Das neue Overlay bringt einen Teil dieser Netzwerksicht direkt in das ausgehende Videobild. Dadurch kann die Anzeige im fertigen Stream sichtbar sein, ohne dass in OBS zusätzlich eine Browserquelle eingerichtet werden muss.

Wird eine konfigurierte Verbindung getrennt oder ein Hotspot unerreichbar, verschwindet der entsprechende Kreis nach kurzer Zeit. Kehrt die Schnittstelle zurück, wird sie automatisch wieder einsortiert. Das Videobild läuft unabhängig von der standardmäßig zweisekündlichen Aktualisierung weiter.

2. Was lässt sich einstellen?

Namen und Farben

Die tatsächlichen Linux-Schnittstellen der Box bleiben technisch unverändert. Für das sichtbare Overlay lassen sich verständliche Namen wie Starlink, Telekom, Vodafone oder WLAN sowie eigene Kreisfarben vergeben.

Werte oder Status

Die Verbindungskreise zeigen wahlweise Prozentwerte, Kilobit pro Sekunde oder nur den farbigen Status ohne Zahl. Der Gesamt-Kreis und dessen Werte sind separat ein- und ausschaltbar.

Position und Lesbarkeit

Das Overlay kann in jeder Bildecke verankert werden. Schriftfarbe und Deckkraft der dunklen Innenflächen lassen sich ebenfalls an den eigenen Bildinhalt anpassen.

Bis zu acht Wege

Über den Konfigurator können bis zu acht Schnittstellen vorbereitet werden. Bei mehr als vier sichtbaren Kreisen entstehen automatisch weitere kompakte Reihen.

3. Warum direkt im Videobild?

Das Overlay wird auf derselben Orange-Pi- oder ROCK-Box erzeugt, auf der die BELABOX-Software läuft. Es wird dort in das encodierte Bild eingeblendet und ist anschließend Bestandteil des ausgehenden Streams. Für Zuschauer oder einen Regieplatz ist deshalb keine separate Statistikseite erforderlich.

Das spart zusätzliche Bausteine im Aufbau. Gleichzeitig bleibt die Anzeige bewusst kompakt: Es geht um eine schnelle Orientierung über die aktiven Verbindungen, nicht um ein vollständiges Netzwerk-Diagnosewerkzeug.

Wichtig: Die Prozentwerte zeigen den Anteil am gerade übertragenen Upload. Sie sind kein Geschwindigkeitstest und verraten nicht, wie viel Reserve eine einzelne Verbindung noch besitzt.
Freigabestand · 20. September 2026

4. Auf diesen Boxen wurde praktisch getestet

HardwareGeprüfte EingängeStatus
Orange Pi 5 PlusRTMP 1080p30/60, HDMI sowie USB/UVC 1080p30praktisch freigegeben
Radxa ROCK 5B PlusRTMP 1080p30/60, HDMI sowie USB/UVC 1080p30praktisch freigegeben

Zusätzlich wurden Bild und Ton, Neustarts, wechselnde Schnittstellen, Wiederherstellung und ein längerer 1080p60-Test geprüft. Andere Boards, Kameras, Auflösungen oder Bildraten können funktionieren, sind in Version 1.1 aber noch nicht als geprüft freigegeben.

5. Im Browser konfigurieren, auf der Box installieren

Der Konfigurator läuft lokal im Browser. Dort werden die vorhandenen Linux-Schnittstellennamen der BELABOX eingetragen und anschließend sichtbare Namen, Farben, Anzeigemodus, Position, Schriftfarbe, Hintergrunddeckkraft und Aktualisierungszeit festgelegt. Die Angaben werden nicht an IRL4YOU übertragen.

Aus der Auswahl entsteht ein persönlicher Installationsbefehl. Nach der Anmeldung per SSH und dem Wechsel zum Root-Benutzer kann dieser Befehl auf der Box ausgeführt werden. Download, Prüfsumme, Installation und Übernahme der Konfiguration laufen anschließend automatisch.

Offen und nachvollziehbar

6. Unser Fazit – und die klaren Grenzen

Das BELABOX Netzwerk-Overlay ist eine praktische Zusatzfunktion für Streamer, die ihre aktiven Verbindungen im Bild sichtbar machen möchten. Es ist kein Ersatz für eine vollständige Diagnose, macht aber den aktuellen Netzwerk-Mix schnell verständlich und lässt sich an unterschiedliche Stream-Layouts anpassen.

Der geänderte BELABOX-Quellcode wird zusammen mit Build-Skript und Lizenz im Downloadpaket bereitgestellt. Die Erweiterung steht wie ihre technische Grundlage unter der GNU GPL Version 3 oder neuer. Vor einem wichtigen Einsatz bleibt ein privater Test mit der eigenen Hardware Pflicht.

Hinweis zu USB-LAN: Bei per USB angeschlossenen Routern kann nach einem Neustart der Box ein einmaliges Trennen und erneutes Anschließen des USB-Kabels nötig sein. Sobald Linux die Schnittstelle wieder erkennt, erscheint sie automatisch erneut im Overlay.

Veröffentlicht und fachlich geprüft am · Herausgegeben von IRL4YOU
IRL4YOU ist nicht der Herausgeber des ursprünglichen BELABOX-Projekts. Produkt- und Projektnamen dienen der eindeutigen technischen Beschreibung.